Start · Anleitung
Home Assistant auf dem Raspberry Pi
Vom leeren Gerät bis zur laufenden Installation mit eingerichteter Sicherung. Ohne Vorwissen, ohne Kommandozeile, mit den Stellen, an denen die meisten hängenbleiben.
Rechne mit einer knappen Stunde, davon ist die Hälfte Warten. Du brauchst dabei keinen Bildschirm und keine Tastatur am Pi, alles läuft über deinen normalen Rechner.
Stand August 2026 · Home Assistant OS · Raspberry Pi 4 und 5
Was du brauchst
Ein Raspberry Pi 4 mit mindestens 4 GB Arbeitsspeicher reicht aus. Ein Pi 5 ist schneller und hat länger Ruhe, kostet aber mehr und ist wählerischer beim Zubehör.
| Teil | Worauf es ankommt |
|---|---|
| Raspberry Pi | Pi 4 mit 4 oder 8 GB, oder Pi 5. Weniger als 4 GB wird eng, sobald ein paar Geräte dazukommen. |
| Netzteil | Beim Pi 5 das originale mit 27 Watt, alles andere führt zu Abstürzen, die aussehen wie Softwarefehler. Beim Pi 4 genügen 15 Watt. |
| Speicher | Eine SSD, keine Speicherkarte. Entweder über USB angeschlossen oder beim Pi 5 als NVMe auf einer M.2-Platine. Achtung, die NVMe muss PCIe sein, SATA funktioniert nicht. |
| Netzwerkkabel | Für den ersten Start unbedingt Kabel statt WLAN. Später kannst du wechseln, aber die Einrichtung über Funk scheitert öfter, als sie klappt. |
| Gehäuse | Eines mit Lüfter oder großem Kühlkörper. Ein heißer Pi drosselt sich und wird langsam. |
Was du nicht brauchst: Bildschirm, Tastatur und Maus am Pi. Die Einrichtung läuft komplett über den Browser deines normalen Rechners.
Warum keine Speicherkarte
Home Assistant schreibt ununterbrochen. Jeder Sensorwert, jeder Schaltvorgang, jede Zustandsänderung landet in einer Datenbank. Speicherkarten sind für das gelegentliche Beschreiben gebaut, nicht für Dauerbetrieb, und irgendwann geben sie nach.
Meine Karte hat an einem Sonntagabend aufgegeben
Bei mir lief eine 64-GB-Karte. Irgendwann war die Datenbank beschädigt, Home Assistant hat sie beiseitegelegt und stillschweigend eine leere neue angelegt. Alle Verbrauchsdaten und Verläufe waren damit erst einmal weg.
Zurückgeholt habe ich sie über die Reparaturfunktion von SQLite, aber das war ein Abend, den ich lieber anders verbracht hätte. Mit einer SSD wäre er mir erspart geblieben. Nimm die SSD.
Eine gebrauchstaugliche USB-SSD kostet ungefähr so viel wie zwei ordentliche Speicherkarten und hält um ein Vielfaches länger.
Den Imager installieren
Der Raspberry Pi Imager ist das offizielle Werkzeug, mit dem das Betriebssystem auf den Datenträger kommt. Es gibt ihn für Windows, macOS und Linux auf raspberrypi.com/software.
- Lade den Imager herunter und installiere ihn wie jedes andere Programm.
- Schließe deine SSD über den USB-Adapter an deinen Rechner an, nicht an den Pi.
- Falls noch Daten darauf sind: Sie werden überschrieben. Sieh vorher nach.
Geschafft, wenn der Imager startet und dein Datenträger in der Auswahl auftaucht.
Home Assistant aufspielen
Im Imager wählst du nacheinander drei Dinge aus. Wichtig ist, dass du beim Betriebssystem nicht das erstbeste nimmst, sondern dich durchklickst.
- Gerät: dein Modell, also Raspberry Pi 4 oder Raspberry Pi 5.
- Betriebssystem: ganz unten Other specific-purpose OS, darin Home assistants and home automation, dann Home Assistant, und schließlich das Abbild, das zu deinem Modell passt.
- Speicher: deine SSD.
Dann auf Schreiben. Der Imager lädt das Abbild herunter, schreibt es und prüft es anschließend nach. Je nach Verbindung dauert das fünf bis zehn Minuten.
Die Einstellungen für Benutzername, WLAN und SSH, die der Imager anbietet, brauchst du hier nicht. Home Assistant OS bringt seine eigene Einrichtung mit und ignoriert diese Angaben.
Geschafft, wenn der Imager meldet, dass das Schreiben abgeschlossen und die Prüfung erfolgreich war.
Anschließen und warten
Reihenfolge einhalten, das erspart Ärger:
- SSD an den Pi anschließen, beim Pi 4 an einen der blauen USB-3-Anschlüsse.
- Netzwerkkabel vom Pi in deinen Router.
- Zuletzt das Netzteil einstecken.
Jetzt kommt der Teil, an dem die meisten zu früh aufgeben. Der erste Start dauert deutlich länger, als du erwartest, weil Home Assistant im Hintergrund die aktuelle Version herunterlädt und einrichtet. Zehn Minuten sind normal, zwanzig kommen vor. Der Pi sieht in dieser Zeit aus, als würde nichts passieren.
Lass ihn einfach in Ruhe. Nicht neu starten, nicht den Stecker ziehen.
Geschafft, wenn am Pi die Netzwerkbuchse blinkt und die Betriebsanzeige leuchtet.
Zum ersten Mal öffnen
Öffne am Rechner deinen Browser und rufe http://homeassistant.local auf.
Hier hat sich etwas geändert, das in älteren Anleitungen noch falsch steht: Seit Version 2026.8 laufen neue Installationen auf dem üblichen Port 80, die Adresse braucht also keinen Zusatz mehr. Kommt keine Seite, hänge :8123 an, also http://homeassistant.local:8123. Ältere Installationen behalten ihren alten Port, und wenn Port 80 auf dem Pi belegt ist, weicht Home Assistant selbst darauf aus.
Geschafft, wenn du eine Begrüßungsseite von Home Assistant siehst. Wenn nicht, steht unten unter „Wenn es hakt" die Lösung.
Konto und Standort einrichten
Der Einrichtungsassistent führt dich durch vier Punkte.
- Benutzerkonto: Name, Benutzername, Passwort. Das ist ein rein lokales Konto auf deinem Pi, es geht nirgendwohin. Nimm trotzdem ein ordentliches Passwort und schreib es dir auf.
- Standort: wird für Sonnenauf- und -untergang und fürs Wetter gebraucht. Ein Ort in der Nähe genügt, es muss nicht die Hausnummer sein.
- Einheiten und Zeitzone: Metrisch und Europe/Vienna.
- Datenfreigabe: freiwillig, du kannst getrost alles abschalten.
Danach sucht Home Assistant von selbst im Netzwerk nach Geräten und schlägt dir welche vor. Du musst jetzt nichts davon einrichten, das hat Zeit.
Geschafft, wenn du auf deiner eigenen Übersicht landest und links die Seitenleiste siehst.
Sofort die Sicherung einschalten
Das ist der wichtigste Schritt der ganzen Anleitung, und deshalb kommt er vor allem anderen. Bevor du das erste Gerät einbindest, richte die automatische Sicherung ein.
- Gehe auf Einstellungen, dann System, dann Sicherungen.
- Lege eine automatische Sicherung an, täglich oder wöchentlich.
- Wähle einen Ablageort außerhalb des Pi. Eine Sicherung, die auf demselben Datenträger liegt wie das System, ist keine.
- Lade dir eine Sicherung einmal von Hand herunter, damit du weißt, wie es geht.
Ab jetzt darf dir alles kaputtgehen. Du spielst die Sicherung ein und bist wieder dort, wo du warst.
Geschafft, wenn in der Liste mindestens eine Sicherung steht und ein Zeitplan aktiv ist.
Wenn es hakt
Vier Sachen gehen erfahrungsgemäß schief. Für alle vier gibt es eine Lösung.
Die Adresse homeassistant.local wird nicht gefunden
Dahinter steckt ein Namensdienst, den nicht jedes Netzwerk beherrscht, besonders bei manchen Routern und in Firmennetzen. Der Weg drumherum führt über die Adresse selbst.
Melde dich an der Oberfläche deines Routers an und sieh in der Liste der verbundenen Geräte nach. Dort taucht der Pi meist als homeassistant auf. Notiere dir seine Adresse, etwa 192.168.1.42, und rufe die im Browser auf. Klappt auch das nicht, hänge :8123 an.
Die Seite lädt ewig oder zeigt einen Fehler
In den ersten zwanzig Minuten nach dem allerersten Start ist das normal, dann läuft die Einrichtung im Hintergrund noch. Warte ab und lade die Seite dann neu.
Wenn nach einer halben Stunde nichts kommt, hat wahrscheinlich das Schreiben auf den Datenträger nicht sauber funktioniert. Spiele das Abbild erneut auf, Schritt 04.
Der Pi startet nicht oder stürzt immer wieder ab
In neun von zehn Fällen liegt es am Netzteil. Der Pi 5 braucht wirklich die 27 Watt des Originalnetzteils, ein Handyladegerät reicht nicht, auch wenn der Stecker passt. Typisches Zeichen sind Abstürze immer dann, wenn gerade etwas Größeres passiert.
Zweite Möglichkeit beim Pi 5: eine NVMe, die nicht PCIe spricht, sondern SATA. Die läuft dort nicht.
Ich sehe keine Netzwerkverbindung
Für den ersten Start gehört ein Netzwerkkabel in den Pi. WLAN lässt sich einrichten, aber nicht bevor du überhaupt einmal drinnen warst.
Prüfe außerdem, ob am Router ein Gerätefilter aktiv ist, der neue Geräte blockiert. In manchen Fertignetzen ist das ab Werk eingeschaltet.
Ab hier übernehme ich, wenn du willst
Home Assistant läuft jetzt und ist gesichert. Der Teil, der danach kommt, ist der eigentlich mühsame: Geräte einbinden, die sich zieren, Automatisierungen bauen, die auch bei Ausnahmen funktionieren, und aus der Sammlung von Kacheln eine Oberfläche machen, die man gern benutzt.
Genau da setze ich an, gemeinsam mit Claude. Damit brauchst du für Automatisierungen keine YAML-Kenntnisse mehr, sondern beschreibst, was passieren soll.
Was das kostet